Gernot Dilger, der hier den ersten Teil seiner Erinnerungen vorlegt, entstammt einer schwäbischen Bauernfamilie, deren mütterliche Seite tief im Pietismus verwurzelt ist. In dieser speziellen Form, sich das Leben schwerer zu machen als nötig - „dia gangad zom Lacha en dr Kellr“ - mögen viele Leser ihre eigene Prägung wiedererkennen, vermutlich auch dann, wenn sie sich zeitlich oder weltanschaulich weit davon entfernt glauben.
Einer Generation zugehörig, die mitten in den Krieg hineingeboren und deren Jugend dann doch von der Thermik des Wirtschaftswunders erfasst wurde, lässt uns Gernot Dilger teilhaben an den Freuden und Nöten eines von Fluchtinstinkten und erotischer Abenteuerlust getriebenen, letztendlich aber doch immer wieder im Schoß der Kirche landenden, „Lockenkopfes“ – worunter man sich die am besten noch von Bob Dylan verkörperte Unlust vorzustellen hat, sich die Flausen austreiben zu lassen. Die Welt, die sich dem Heranwachsenden zwischen den hehren Glaubenswahrheiten der Mutter, dem Feldwebelgebaren des Vaters und dem als Hallodri verschrienen Onkel, zwischen Wildwestromanen, Stuttgartausflügen und Bibel auftut, enthält jedenfalls den Stoff, aus dem die Träume sind.
Was den frisch konfirmierten Buben zunächst einmal mit dem neuen Dreigangfahrrad über die Schwäbische Alb ins Oberland, dann über Aachen nach Holland, später per Anhalter nach Italien, auf dem Schienenweg nach Griechenland, mit dem Schiff nach Ägypten, per Flugzeug nach Israel und den Reformbewegten schließlich auf den Kirchentag nach Berlin treibt, ist unschwer nachzuvollziehen. Das in Schlagern verbreitete Fernweh der fünfziger Jahre findet hier allerdings zu seiner individualtouristischen Variante; eine Entwicklung, die in den sechziger und siebziger Jahren die Jugendlichen der Wohlstandsländer in immer exotischere Fernen getragen hat, auch in mentaler Hinsicht.
Einer Generation zugehörig, die mitten in den Krieg hineingeboren und deren Jugend dann doch von der Thermik des Wirtschaftswunders erfasst wurde, lässt uns Gernot Dilger teilhaben an den Freuden und Nöten eines von Fluchtinstinkten und erotischer Abenteuerlust getriebenen, letztendlich aber doch immer wieder im Schoß der Kirche landenden, „Lockenkopfes“ – worunter man sich die am besten noch von Bob Dylan verkörperte Unlust vorzustellen hat, sich die Flausen austreiben zu lassen. Die Welt, die sich dem Heranwachsenden zwischen den hehren Glaubenswahrheiten der Mutter, dem Feldwebelgebaren des Vaters und dem als Hallodri verschrienen Onkel, zwischen Wildwestromanen, Stuttgartausflügen und Bibel auftut, enthält jedenfalls den Stoff, aus dem die Träume sind.
Was den frisch konfirmierten Buben zunächst einmal mit dem neuen Dreigangfahrrad über die Schwäbische Alb ins Oberland, dann über Aachen nach Holland, später per Anhalter nach Italien, auf dem Schienenweg nach Griechenland, mit dem Schiff nach Ägypten, per Flugzeug nach Israel und den Reformbewegten schließlich auf den Kirchentag nach Berlin treibt, ist unschwer nachzuvollziehen. Das in Schlagern verbreitete Fernweh der fünfziger Jahre findet hier allerdings zu seiner individualtouristischen Variante; eine Entwicklung, die in den sechziger und siebziger Jahren die Jugendlichen der Wohlstandsländer in immer exotischere Fernen getragen hat, auch in mentaler Hinsicht.


